Repräsentative Bitkom-Studie zeigt auf, wie Corona die Arbeitswelt verändert

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Millionen Berufstätige ins Homeoffice gewechselt – und bis heute nicht wieder in die Büros zurückgekehrt. Aktuell arbeitet jeder vierte Deutsche (25 Prozent) ausschließlich im Homeoffice. Das entspricht 10,5 Millionen Berufstätigen. Auf weitere 20 Prozent (8,3 Millionen) trifft das zumindest teilweise zu.

Eine präsentative Befragung von 1.503 Erwerbstätigen in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt nun auf, dass die große Mehrheit der Arbeitnehmer mit dem erzwungenen Wechsel ins Heimbüro positive Erfahrungen gemacht hat – und dass flexibles Arbeiten die Qualität der Arbeitsergebnisse keineswegs schmälert.

Alle wollen Homeoffice

Auch nach Ende der Corona-Pandemie werden sehr viel mehr Menschen im Homeoffice arbeiten als zuvor. Nach Bitkom-Berechnungen wird mehr als jeder Dritte den Arbeitsort flexibel wählen. Das entspricht 14,7 Millionen Berufstätigen. 3,2 Millionen (8 Prozent) werden ausschließlich im Homeoffice arbeiten, weitere 11,5 Millionen (27 Prozent) teilweise. Vor der Pandemie war Homeoffice eher die Ausnahme. Lediglich 3 Prozent der Berufstätigen (1,4 Millionen) arbeiteten ausschließlich im Homeoffice, weitere 15 Prozent (6,3 Millionen) teilweise.

Grundsätzlich sieht mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Berufstätigen ihre Tätigkeit zumindest teilweise als Homeoffice-geeignet an. Jeder Fünfte (21 Prozent) könnte nach eigener Einschätzung sogar vollständig im Homeoffice arbeiten.

Auch nach Ende der Corona-Pandemie werden sehr viel mehr Menschen im Homeoffice arbeiten als zuvor. (Quelle: Bitkom e.V.)

Unter denjenigen, die nicht im Homeoffice arbeiten dürfen, obwohl ihr Job aus ihrer Sicht grundsätzlich dafür geeignet ist, ist die Begehrlichkeit groß. Ausnahmslos alle würden zumindest ab und zu Homeoffice machen wollen.

Produktivität und Arbeitszufriedenheit sind höher

Wer im Homeoffice arbeitet, schätzt seine Arbeit im Vergleich zum Büro als produktiver ein und ist zufriedener mit den Ergebnissen:

  • Jeder Vierte (23 Prozent) schätzt seine Produktivität deutlich höher ein, jeder Dritte (34 Prozent) etwas höher. Ein weiteres Drittel (31 Prozent) meint, dass die Produktivität im Vergleich zur Büroarbeit konstant ist.
  • Die Arbeitszufriedenheit ist für jeden Fünften (19 Prozent) deutlich höher und für jeden Vierten (24 Prozent) etwas höher. Ein Drittel (31 Prozent) sieht keine Unterschiede zur Büroarbeit.
  • Bei der Arbeitszeit sagt gut die Hälfte (55 Prozent), dass sich im Homeoffice nichts ändert. 13 Prozent schätzen sie deutlich höher ein, weitere 22 Prozent etwas höher.

Weniger Stress, mehr Zeit und bessere Work-Life-Balance

Unter dem Strich überwiegen für die Mehrheit die Vorteile von Homeoffice. Die meistgenannten Aussagen dazu:

  • weniger Stress, da der Arbeitsweg entfällt (80 Prozent)
  • Zeitgewinn, da der Arbeitsweg entfällt (76 Prozent)
  • generell bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (59 Prozent)
  • mehr zeitliche Flexibilität (43 Prozent)
  • Möglichkeit eines gesundheitsbewussteren Lebensstils (Ernährung, Sport) (32 Prozent)
  • weniger Störungen durch Kollegen (28 Prozent)

Der fehlende persönliche Austausch mit anderen Mitarbeitern ist wiederum der am meisten genannte Nachteil von Homeoffice. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) beklagt weniger Kontakt mit Kollegen.

Die Präsentation „Homeoffice für alle? Wie Corona die Arbeitswelt verändert“ steht als PDF-Version auf bitkom.org zum Download zur Verfügung.

Quelle: Bitkom e.V.

 

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