Wie sich mit Online-Angeboten Geld verdienen lässt

Das Geschäftsmodell der Verlage bekommt eine neue Statik. Digitaler Vertrieb ist die Geldquelle der Zukunft. Dazu müssen Medien richtig und tiefer bohren.

Wie sich mit dem Verkauf rein digitaler Inhalte richtig Geld verdienen lässt, dafür lohnt ein Blick ins Nachbarland. In Frankreich hat die werbefreie Online-Tageszeitung Mediapart, vor zwölf Jahren von vier Journalisten gegründet, erneut Rekorde gebrochen. Die Zahl der Abonnenten kletterte 2019 auf 170.000, und von den 17 Millionen Euro Umsatz blieb ein Viertel (4,3 Mio. Euro) als operativer Gewinn übrig.

Ein Paradebeispiel dafür, wie Paid Content im Netz funktionieren kann. Längst haben sich Verlage auf den Weg gemacht, ihre Printmedien dort nicht nur zu präsentieren, sondern mit entsprechenden Paid-Angeboten Erlöse zu erzielen. Auch wenn Erfolgsstorys wie bei Mediapart noch selten sind, die Richtung stimmt: Verlage schaffen es allmählich, mehr zahlende Nutzer zu gewinnen und höhere Preise durchzusetzen.

Digitale Vertriebserlöse noch auf niedrigem Niveau

Nach Angaben des Branchendiensts „PV Digest“ betrugen die rein digitalen Vertriebserlöse (also ohne E-Paper) der Printmedien 2019 rund 527 Millionen Euro, das ist ein Drittel mehr als im Jahr zuvor und ein so starker Zuwachs wie seit 2014 nicht mehr. Gut ein Viertel und somit etwa 140 Millionen Euro entfallen dabei auf Zeitschriften. Umsatzstärkstes Segment sind aktuell die regionalen Tageszeitungen mit einem Anteil von 47 Prozent.

Die durchschnittliche E-Paper-Auflage der deutschen Zeitschriften hat sich zwischen 2013 und 2019 auf 31,4 Millionen Exemplare nahezu verfünffacht. Während sich hier eine ordentliche Dynamik zeigt, bewegt sich das Geschäft mit Lesern, die für Inhalte hinter der Paywall im Internet bezahlen, noch auf niedrigem Niveau – trotz des genannten Umsatzanstiegs.

Ein Grund dafür ist, dass die Verlage erst nach und nach eigenständige Online-Abos anbieten. Aktuell hat knapp die Hälfte der Zeitungen, wie „PV Digest“ berichtet, Inhalte hinter eine Paywall gepackt und verlangt dafür im Durchschnitt monatlich 6,80 Euro. Zum Vergleich: Das Monatsabo für die gedruckte Ausgabe der Süddeutschen Zeitung kostet 69,90 Euro, für die regionale Tageszeitung Rheinpfalz werden 38,90 Euro fällig… Weiterlesen in der Ausgabe 1/2020 von impresso

Von Roland Karle, freier Journalist

Dieser Artikelauszug wurde der Ausgabe 1/2020 unserer Mitgliederzeitschrift impresso entnommen. Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Printausgabe.

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