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Vom stationären zum mobilen Internet

Die mobile Nutzung des Internets steigt. Die Nutzung des Internets als Informationsquelle hingegen stagniert. Die Zeitschriftennutzung bleibt bemerkenswert stabil.

Zusammenfassung des SZV Abendgesprächs vom 8. Oktober 2015 zum Thema „Auf dem Weg zu neuen Gleichgewichten? Stabilität und Dynamik der Mediennutzungsmuster“ von Dr. Johannes Schneller, Institut für Demoskopie Allensbach.

Die Allensbacher Medienstudien AWA und ACTA belegen eine dynamische Ausweitung der mobilen Internetnutzung. Damit verändern sich die Zugangswege zum Internet. In diesem Frühjahr überschritt der Bevölkerungsanteil, der das Internet mit einem Smartphone oder einem anderen Handheld-Gerät nutzt, die 50-Prozent-Marke. Getragen wird die Entwicklung in erster Linie von den jüngeren Altersgruppen.

Die Ausweitung der mobilen Nutzerkreise steht in scharfem Kontrast zur Entwicklung der Gesamtnutzerschaften. Auf vielen Themenfeldern des Internets sind die Nutzerschaften schon seit zwei oder drei Jahren konstant oder gar rückläufig. Das gilt beispielsweise für das Internet als politische Informationsquelle. Auch bei Wirtschaftsthemen, Feuilletonthemen und bei Peoplethemen sind die Nutzerkreise seit 2012 nicht mehr gewachsen. Gleiches gilt für das konsumnahe Internet. Mag die Nutzung dank der Smartphones auch näher an den point of sale rücken, die Gesamtnutzerkreise wie die Kernnutzerschaften stagnieren seit einigen Jahren. Bei Facebook ist die Zahl der Nutzer seit 2013 nicht mehr gestiegen und ein erneuter dynamischer Wachstumsschub ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht.

Die Wechselwirkungen zwischen dem Internet und anderen Mediengattungen verlaufen zur Zeit langsamer oder sind gar zum Stillstand gekommen. Das gilt beispielsweise für die Rolle der Mediengattungen bei der gezielten Informationssuche. Der Stellenwert des Internets wächst seit einigen Jahren nur noch langsam, die Bedeutung der anderen Mediengattungen, insbesondere der Zeitschriften, ist stabil.

Die Zeitschriftennutzung ist gerade in historischer Perspektive bemerkenswert stabil. Wachstumsdynamik geht von Innovationen aus. Viele Neugründungen des letzten Jahrzehnts können auch über eine erste Wachstumsphase hinaus Lesergewinne verbuchen. Im Themenspektrum der Erfolgszeitschrift Landlust hat sich ein neues Zeitschriftensegment entwickelt, das in der neuen AWA acht Titel umfasst und in Summe 8,82 Mio. Leser hat.

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2017-08-21T14:14:23+00:00 10. Oktober 2015|0 Comments