„Social Media ist Appetizer“

Medienjournalist Helmut van Rinsum befragte David Eicher, Geschäftsführer der Agentur Territory Webguerillas, über Vorteile von Social Media und Fehler, die gerne gemacht werden.

Van Rinsum: Auf welchen sozialen Kanälen sollten Zeitschriften aktiv sein? Welche sind verzichtbar, welche Pflicht?

Eicher: Das lässt sich nicht verallgemeinern. Die Auswahl der Kanäle hängt immer von den Kommunikationszielen
ab. Generell haben sich aber Facebook, Twitter und Blogs bewährt: Facebook in punkto Reichweitenpotenzial, Werbemöglichkeiten und Targeting. Twitter punktet als Kanal, um Multiplikatoren anzusprechen. Mit eigenen
Blogs lassen sich Themen besetzen und die Auffindbarkeit für Suchmaschinen optimieren.

Van Rinsum: Auf was sollten Verlage achten, wenn sie für ihre Titel eine Präsenz auf Sozialen Netzwerken pflegen?

Eicher: Verlage sollten in sozialen Medien vor allem auf die Darstellungsform des Contents achten. Hier gilt: möglichst plakativ, möglichst disruptiv und möglichst zum Duktus des jeweiligen Kanals passend. Vor allem das einfache Duplizieren von Beiträge und Posts ist ein No Go. Denn nicht jeder Inhalt ist für jeden Kanal geeignet. Facebook-Content ist immer ein anderer als der für Twitter oder auch Instagram. Auch der richtige Einsatz von Tags ist ein Erfolgsfaktor: So stellen  Unternehmen sicher, sowohl innerhalb des Social-Kanals gefunden zu werden als auch zum Beispiel via Google-Bildersuche Traffic zu generieren. Grundsätzlich wird auch Bewegtbild immer wichtiger – es sorgt für Traffic.

Van Rinsum: Welche Fehler sollten sie tunlichst vermeiden?

Eicher: Social Media ist eine Art Appetizer, der Appetit auf den eigentlichen, originären Content macht. Schließlich soll der Leser in die digitale Magazinwelt transferiert werden. Aktivität im Social Web heißt auch, mit der Community zu interagieren und nicht nur eindimensional zu posten. Hierzu braucht man erfahrene Community Manager. Ein großer Fehler schon in der Konzeptionsphase ist: ein gemeinsamer Themenplan für alle Kanäle und User. Stattdessen sollten unterschiedliche Themen und Posts für die jeweiligen Kanäle und Teilzielgruppen aufgesetzt werden. Das ist zwar aufwändiger, aber relevanter für die Zielgruppen.

Van Rinsum: Welche Möglichkeiten ergeben sich, wenn Daten richtig analysiert und verwertet werden? 

Eicher: Zu wissen, welcher Content welche Menschen interessiert, ist die Basis für mehr Relevanz. Und Relevanz führt zu mehr Involvement und Interaktion. Dies wiederum führt zu mehr Sekundärreichweite und zu einer stärkeren Leserbindung.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Eicher!

Dieser Artikel ist erschienen in impresso 2/2017 (Juni 2017).

 

2018-01-18T09:02:53+00:00 12. Januar 2018|

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