Mit Flexibilität, Tempo und Innovationskraft in die Zukunft

Jahrestagung der Zeitschriften-Verleger in Stuttgart – Top-Thema Innovation

(Stuttgart, 17.10.2018) Zeitschriften-Verleger aus vier Bundesländern trafen sich gestern zur Verbands-Jahrestagung und Mitgliederversammlung in Stuttgart. Dass sich der südwestdeutsche Zeitschriftenverleger-Verband (SZV) dafür das JAZ-Hotel in der City ausgesucht hat, sei tatsächlich auch programmatisch zu sehen, so die SZV-Vorstandsvorsitzende Katja Kohlhammer. Schließlich müsse die Branche durch die Digitalisierung, Fake-News-Debatten und veränderte Lesegewohnheiten extreme Flexibilität, Tempo und Innovationskraft beweisen – und da sei eine futuristisch anmutende Location mit ungewöhnlichen Konzept passend. Die medienpolitische Ebene steuerte Dr. Rudolf Thiemann, Präsident des Deutschen Zeitschriftenverleger-Verbands (VDZ), bei: Längst führe der Druck der globalen Internet-Akteure dazu, dass in Brüssel und hierzulande Regelungen und Gesetze in schneller Taktung angepasst werden. Dafür stehen derzeit Begriffe wie Datenschutz, E-Privacy oder Plattformregulierungen. Auch dem müssen die Verlage folgen. Ohne Innovationen geht es also nicht. Da hilft es ungemein, die Zielgruppe von morgen zu kennen.

Deshalb holte der SZV den 16-jährigen Charles Bahr auf die Bühne. Der jüngste Agenturgründer Deutschlands zeigte den rund 80 teilnehmenden Verlagsexperten wie die „Generation Z“ wirklich tickt. Denn seine Agentur tubeconnect media bietet Marketing von Teenagern für Teenager: „Wir kreieren Werbung durch Inhalte, die Jugendliche tatsächlich in ihrer Filterblase ansprechen.“ Zu den Kunden der Schüler zählen auch große Markenhersteller. Wie sich die Zeitung WELT für die Zukunft aufstellt, schilderte Niddal Salah-Eldin. Sie ist Director Digital Innovation und Beraterin der WELT-Chefredaktion. „Unternehmen müssen Innovation implementieren, statt Start-ups zu imitieren“, weiß auch Lysander Weiß, Gesellschafter der Innovationsagentur Venture Idea. Er referierte über die systematische Entwicklung effizienter Innovationen und darüber, warum es eben nicht immer vorteilhaft ist, ein Start-up zu sein – trotz der Erfolgsgeschichten von Airbnb, Uber oder Tesla. Manchmal liegen die Schätze, die es zu heben gilt, aber auch ganz nah: Im Zeitschriftenbereich sind dies z. B. Inhalte, die noch nicht über alle digitalen Kanäle ausgespielt wurden. Durch gezieltes Content Engineering lassen sich so online aber verblüffende Ranking- und Traffic-Steigerungen erzielten. Wie, das demonstrierte Dr. Simon Geisler, Leiter Produktmanagement und Business Development bei der Stuttgarter Zeitung.

Neben dem Input der Top-Speaker stand bei den Netzwerkpausen und beim anschließenden Verlegerabend aber insbesondere der Austausch untereinander im Mittelpunkt des Verbandstreffens.

 

2018-10-17T11:28:38+00:00 17. Oktober 2018|

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