Klick statt Schere – Zusatzerlöse für Verlage

Pressespiegel sind für Unternehmen und Organisationen unverzichtbar – längst gibt es sie in digitaler Form. Einer der führenden Anbieter ist die PMG, an der auch der VDZ beteiligt ist. Verlagen bieten sich hier interessante Zusatzerlöse.

Von Roger Dormeier, PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin

Zu den Kernaufgaben von Kommunikatoren und Presseverantwortlichen in Unternehmen, Behörden, Agenturen und Vereinen gehört es seit jeher, die tägliche Berichterstattung auszuwerten. Als relevant eingestufte Meldungen finden Eingang in Pressespiegel, um Kollegen und Vorgesetzte – bei Monitoring-Dienstleistern auch Kunden – stets über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Was früher zeitaufwändig und mühevoll mit Schere und Klebstoff Gestalt annahm, ist inzwischen online in wenigen Sekunden erledigt. Möglich machen dies digitale Inhalte und intelligente Suchtechnologien.

Der Schwenk zum digitalen Pressespiegel erfolgte rund um den Milleniumswechsel. 2001 entstand u. a. ein Anbieter, zu dessen Gesellschaftern neben dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BVDZ) auch die großen deutschen Medienhäuser Axel Springer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gruner + Jahr, Hubert Burda Media Holding, SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein, Süddeutsche Zeitung und Handelsblatt Media Group zählen: die PMG Presse-Monitor GmbH, der nach eigenen Angaben heute führende Anbieter für die digitale Medienbeobachtung, Pressespiegel-Erstellung und Medienauswertung im deutschsprachigen Raum – mit der größten tagesaktuellen Pressedatenbank im Rücken.

Verwerten statt verwahren: die Vorteile für Verlage

Digitale Pressespiegel und ihre peripheren Zusatztools sind für Verlage hoch interessant: Sie ermöglichen es, bisher nicht erschlossenes Umsatzpotenzial zu heben. Ohne Risiko und ohne dass dadurch weitere Kosten entstehen. Warum aufwändig produzierte, hochwertige Verlagsinhalte nur für den nächsten Print-Titel oder die aktualisierte Online-Ausgabe nutzen, um sie danach im Archiv dem Vergessen zu überlassen?

Eine stetig wachsende Zahl von Verlagen und Contentproduzenten stellt seither ihre Inhalte digital in der PMG Pressedatenbank bereit – und erzielt damit Zusatzerlöse in bis zu sechsstelliger Höhe pro Jahr. Waren es 2004 erst 200 Partnerverlage, so kooperiert PMG mittlerweile mit rund 850 Häusern.

Effiziente Presseauswertung: die Vorteile für die Nutzer

Den Nutzern wiederum steht Content von über 4.000 Publikationen zur Verfügung. Sie haben zentralen Zugriff auf ein breites Set an aktueller Berichterstattung aus Tageszeitungen, Online-Medien, Zeitschriften, Magazinen und Special-Interest-Titeln. Und sind auch über die Kosten dank der transparenten Lizenzierungs- und Vergütungsabläufe der PMG Pressedatenbank im Bilde. Das tägliche Geschäft der Medienbeobachtung, des Pressespiegel-Erstellens und der Medienanalyse gestaltet sich für die Kommunikationsbranche so leicht und effizient.

Geklärte Rechte für alle

Auf Grundlage der Lizenzierungs- und Abrechnungsprozesse in der PMG Pressedatenbank lässt sich die gesamte Rechtekette von Autor und Verlag über Monitoring-Dienstleister oder Pressespiegel-Ersteller bis hinunter zum einzelnen Leser nachvollziehbar abbilden. So kann für jeden Beitrag und jede beliebige Leser-Zahl dessen Verwendung mit den erforderlichen Rechten ausgestattet und nachvollzogen werden.

Die artikelgenaue Abrechnung basiert auf den jeweils verwendeten Quellen und der Größe der bedienten Leserkreise. Mit Hilfe einer umfassenden Nutzungsstatistik verfügen die Partnerverlage der PMG stets über aktuelle und belastbare Daten zum Abverkauf ihrer Inhalte über die PMG Pressedatenbank.

Formen der Zusammenarbeit

Medienhäuser und Content-Produzenten haben die Wahl zwischen zwei Formen der Zusammenarbeit:

1. Rechteeinräumung bzw. Rechtevermarktung:
Die erste Stufe sieht den Abschluss eines Vertrages vor, mit dem der Verlag der PMG die Rechte zur Vermarktung seiner Publikationen im Bereich der Erstellung und Verbreitung von organisationsinternen Pressespiegeln einräumt. Dank eines Übereinkommens mit der VG Wort im Jahr 2003 fallen ausdrücklich auch Pressespiegel nach den Schrankenregelungen des § 49 UrhG hierunter.

Über die Rechteeinräumung profitieren auch solche Verlage vom Geschäftsmodell der PMG, die ihren Content – beispielsweise aus technischen Gründen – zunächst noch nicht digital bereitstellen können.
Zwar resultieren aus einer reinen Rechtevermarktung erfahrungsgemäß geringere Umsätze. Dennoch hat sich dieser Weg als Einstieg in die konsequente Zweitvermarktung bereits für zahlreiche Partner gelohnt. Zudem hält er eine künftige digitale Datenlieferung als weitere Option offen. Für die Verlage fallen bei der reinen Rechteeinräumung keine zusätzlichen Aufwände an.

2. Digitale Belieferung:
Aussicht auf schnellere und höhere Zusatzerlöse bietet die zweite Stufe. Dabei stellt der Verlag ergänzend zu den Vermarktungsrechten auch die Inhalte seiner Publikationen digital in die PMG Pressedatenbank ein. In diesem Fall ist in der Regel lediglich eine einmalige Abstimmung erforderlich, um eine verlässliche Lieferroutine für die Verlagsdaten zu etablieren.


Vorteile einer Kooperation mit der PMG

  • Zusätzliche Erlöse aus Inhalten, die im Kerngeschäft bereits produziert sind
  • Größere Verbreitung, Nutzung und Vermarktung der eigenen Publikationen
  • Rechtssicherheit, kontrollierte Vermarktung und klar definierte Spielregeln für alle Marktteilnehmer
  • Günstiger Einstieg ohne Risiken
  • Keine Vertriebskosten

Je besser die Datenqualität desto höher die Erlöse

Zahlen vergangener Jahre zeigen, dass digitale Verfügbarkeit von Inhalten und eine gute Qualität der gelieferten Daten einen positiven Einfluss auf deren Verwendung in Pressespiegeln und somit die Erlöse für Verlage haben.

„Gute Qualität“ bedeutet in diesem Zusammenhang in erster Linie dem Nutzer eine hohe Lesefreundlichkeit zu bieten: Voraussetzungen sind stets vollständige Ausgaben einer Publikation ohne Lücken oder fehlende Absätze. Titel und Untertitel, Bildunterschriften oder Infokästen gehören zu einem fehlerfreien Lieferumfang ebenso wie saubere Zeilenumbrüche und Auszeichnungen wie fett oder kursiv gedruckte Textpassagen. Separate Lokal- oder Regionalausgaben einer Publikation müssen eine korrekte Seitenzählung aufweisen.

Was zunächst selbstverständlich klingt, war in der täglichen Praxis nicht immer von vornherein gegeben. Inzwischen erlaubt ein einheitliches und einfaches XML-Lieferformat der PMG allen Contentlieferanten ihre Inhalte direkt aus ihren Redaktionssystemen per FTP-Transfer in die PMG Pressedatenbank zu überspielen.

Die klar strukturierten, gleichzeitig flexiblen Datenformate ermöglichen einen automatisierten Arbeitsablauf ohne manuelles Zuarbeiten von Verlagsseite. Support für die optimale Datenbereitstellung bietet das Qualitätsmanagement der PMG. ●


Durchschnittspreis und Erlösanteil für Verlage:
Artikeldurchschnittspreis für 1 – 10 Leser: 3,07 €
Erlösanteil des Verlags: 49 % bis 60 %
(Stand: Juli 2019)


Dieser Artikel ist bereits in der Printausgabe der impresso 3/2019 erschienen.

2019-11-13T12:17:04+00:00 30. November 2019|

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