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Journalismus, Content Marketing und Innovationskultur – die SZV-Jahrestagung 2017

Journalismus, Content Marketing und Innovationskultur – das sind die Schlagworte, die inhaltlich die gestrige Jahrestagung des Südwestdeutschen Zeitschriftenverleger-Verbands beschäftigten. Dazu hatten Vorstand und Geschäftsführung des größten Landesverbands im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hochkarätige Referenten eingeladen.

[Fotos: Edgar Layher]

Innovativ und ungewohnt für eine Verbandstagung war dann auch der Veranstaltungsort: die Stuttgarter Hipster-Kult-Location „87“ direkt an der Kreuzung der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt. Wo sonst Gin-, Craftbeer- und Whisky-Tasting inmitten von Gründerzeitcharme und urbanem Industrie-Chic angesagt ist, fand im Rahmen der Tagung auch die Mitgliederversammlung statt. Dort wurde die neue Vorstandsvorsitzende Katja Kohlhammer von der Konradin Verlagsgruppe in ihrem neuen Ehrenamt bestätigt. Sie folgt damit auf Dr. Volker Breid, ehemaliger Chef der Motor Presse Stuttgart, der das Amt seit 2016 innehatte.

Die Bedeutung des Qualitätsjournalismus für eine funktionierende Demokratie unterstrich Rudi Hoogvliet bei seinem Vortrag zum Thema „Fake News und Social Bots“. Der Sprecher der Baden-württembergischen Landesregierung betonte deshalb wiederholt die Bedeutung einer Medienpolitik, die den Presseverlagen eine solide wirtschaftliche Finanzierungsbasis ermöglicht.

Clevere Ansätze, um im „Krieg um Aufmerksamkeit“ heute nicht unterzugehen, brachte Prof. Dr. Jürgen Seitz von der Hochschule der Medien Stuttgart mit in den Gewölbekeller des „87“: darunter klare Markenprofile, zielgruppengenaues und emotionales Storytelling, agiles Reaktionsvermögen und flexible Strukturen in Teams, um schnell reagieren zu können. Gerade in Sachen Agilität seien Verlage klassischen Wirtschaftsunternehmen deutlich überlegen. So seien Prototypen im Medienbereich deutlich günstiger und schneller zu lancieren. Content Marketing – so Seitz – sei eben nicht nur ein Ansatz für die werbungtreibende Industrie. Nein, auch Medienmarken könnten nach den Prinzipien des Content Marketing erfolgreich geführt werden.

Einblicke wie Konzerne und Unternehmen sich im Kampf um die Aufmerksamkeit der Konsumenten schlagen, und mit welchen Waffen, lieferte die nachfolgende Podiumsdiskussion. Gesprächspartner des Moderators Jürgen Scharrer vom Fachmagazin Horizont waren Christoph Horn, Leiter der Konzernkommunikation des deutschlandweit drittgrößten Automobilzulieferes ZF Friedrichshafen sowie Dr. Hans-Peter Kleebinder, COO Social Media Operations der Audi AG. Beide setzen Content Marketing ein, also „Marken-Journalismus“, den sie aber in der Presse auch als solchen gekennzeichnet sehen wollen. Topthema ist für beide Social Media – wobei der B2C-Konzern Audi geschickt Kampagnen lanciert, bei denen Audi-Fans als Markenbotschafter aktiv werden. Für die im B2B-Bereich-Aktiven Friedrichshafener seien Blogger und die Plattform LinkedIn wichtiger. Doch auch Print-Werbung habe nach wie vor seine Daseinsberechtigung. Dann aber eben im Paket mit zahlreichen weiteren Kommunikationsmaßnahmen.

All diese Themen waren Steilvorlage für den Markenstrategen Marc Sasserath. Er referierte zum Thema Innovationskultur und zeigte auf mit welchen Mitteln sich ebene jene in Unternehmen etablieren lassen. Als Vorbild dienten dabei u.a. die großen vier amerikanischen Giganten: Google, Amazon, Facebook und Apple. Doch auch China nimmt hier eine immer größere Rolle ein.

Abgerundet wurde das Programm mit einem Craft-Beer-Tasting mit anschließendem Abendessen und angenehmen Jazz-Klängen von Live-Musikern.

2017-09-26T08:54:25+00:00 22. September 2017|0 Comments