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HUSARENRITT

Am 23. November 2015 fand im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart ein SZV Abendgespräch statt. Thema war: „Markenführung im Medienwandel – Vom Printprodukt zur multimedialen Marke“.

Holger Windfuhr, Creative Director & Leiter Produktentwicklung bei der WirtschaftsWoche, stellte den Zuhörern den beeindruckenden Relaunch der WiWo vor.

Wofür andere Blätter Monate brauchen, das zog die WirtschaftsWoche innerhalb von nur sieben Wochen durch. Gemeinsam mit der Stuttgarter Agentur Strichpunkt entstand im Frühjahr 2015 das neuen Motto „So verstehen wir Wirtschaft“. Entlang dieses Mottos positionierte sich das 1926 gegründete Wirtschaftsmagazin neu und vor allem näher am Leser.

Das Ergebnis war ein neues Logo, eine neue Struktur, neue Rubriken und eine neue Konzeption. Verstärkt arbeitet die 80-köpfige Redaktion nun mit Infografiken; große Bilder erfreuen das Auge des Lesers und Vorspänne dienen nun nicht mehr nur dazu, den Leser in den Text zu ziehen, sondern fassen den Inhalt des Beitrags in kurzer Form zusammen.

Windfuhr berichtete, das Feedback sowohl der Leser als auch der Anzeigenkunden sei fast durchweg positiv ausgefallen. Das habe er noch bei keinem Relaunch so erlebt. „Ein Husarenritt, aber es hat funktioniert“, sagt Windfuhr stolz.

„Wir erzählen eine Marke“

Zweiter Referent war Jochen Theurer von der Agentur Strichpunkt, die den Relaunch der WirtschaftsWoche begleitet hat. Sein Thema war „Markenführung durch Storytelling“. Das bedeutet, Strichpunkt will starke Markenbotschaften in die Welt hinaus schicken, die ein Unternehmen einzigartig machen (narratives Branding).

Eindrucksvoll schildert Theurer, wie er Unternehmen dabei begleitet, die Marke zum Leben zu erwecken. „Marken werden durch Geschichten erlebt, nicht mehr nur über Visualität“, sagt Theurer. Das heißt: Es reicht nicht, ein schönes Logo zu haben und sich ansonsten in der Versenkung aufzuhalten. Um eine Marke muss sich auch eine Geschichte, ein Image ranken. Wenn diese Geschichte unglaubwürdig wird, wie derzeit beim Autobauer VW, hilft kaum noch etwas, das Image aufrechtzuerhalten.

Mit ungewöhnlichen Konzepten half Strichpunkt beispielsweise der Metro Group, dem Druckmaschinenhersteller Heidelberg oder dem schwäbisch-internationalen Technologieunternehmen Trumpf das Ansehen ihrer Marke neu zu definieren. Theurer ist sicher, eine Marke braucht eine klare Haltung, ein klares Bekenntnis und vor allem eines – Rückgrat. Das, im Übrigen, gelte auch für Zeitschriftenmarken.

 

2015-12-23T10:22:56+00:00 30. November 2015|0 Comments