Fragen an Rainer Esser, Geschäftsführer der Zeit Verlagsgruppe

Abbildung © MVFP Südwest

Seit Monaten wächst die verkaufte Gesamtauflage der Wochenzeitung Die Zeit. Auch der Umsatz der Verlagsgruppe hat im vergangenen Jahr mit 275 Millionen Euro eine neue Rekordmarke erreicht. Eine Leseprobe aus der aktuellen Ausgabe 1/22 unseres Mitgliedermagazins impresso.

Die Zeit hat gerade erneut eine Rekordauflage erzielt. Werden Sie von anderen Verlagsmanagern gefragt, ob Sie ihnen Ihr Erfolgsgeheimnis verraten könnten?

Ich habe keine Geheimnisse vor Kollegen. Und lerne selbst sehr gerne von anderen.

Ok, dann nachgefragt: Worauf führen Sie den Erfolg zurück?

Auf Zuversicht, dauerhaften Wandel und 1.200 engagierte und kreative Kolleginnen und Kollegen. Auf Aktion statt Zögern, auf agiles und schnelles Handeln statt Hierarchie, auf stets neue Chancen ergreifen. Wir haben in den letzten Jahren konstant in unsere Medien investiert, um unseren Leserinnen und Lesern ein immer größeres Angebot zu bieten. Und wir bleiben nie stehen, sondern wollen stets besser werden. Diese Einstellung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Kollegin und jeder Kollege leistet einen wichtigen Beitrag.

Die Reichweite lässt sich kaum mehr erhöhen, und auch das Eventgeschäft oder das Business mit Nebengeschäften scheinen ausgereizt. Sind die Grenzen des Wachstums erreicht? Oder sehen Sie noch Potenziale?

Mit unserer starken Marke und ihrer riesigen Reichweite haben wir weiterhin viele neue Möglichkeiten, um Leser und Kunden glücklich zu machen. Die Grenzen des Wachstums werden nur durch die Grenzen unserer Fantasie bestimmt. Das Digitalgeschäft – Abos, Anzeigen, E­Commerce, Recruiting, E­Learning – wächst am stärksten. Mit Studio ZX und mit Zeit Media sind wir erfolgreich im 360­Grad­Geschäft unterwegs.

Um den Reader Revenue zu steigern, wird viel von Personalisierung gesprochen. Wie beurteilen Sie die Bemühungen, personalisierte Content-Angebote zu schnüren?

Um neue Leserinnen und Leser zu gewinnen, differenzieren wir unser Angebot inhaltlich immer weiter. Hinzu kommen spezialisierte Newsletter, um die ersten Kontakte herzustellen. Das ist die Zukunft.

Was ist für Sie wichtiger: Investitionen in Bestandskunden oder in die Gewinnung neuer Leser?

Beides ist wichtig, und in beides investieren wir gleichermaßen.

Das Interview führte Helmut van Rinsum, Medienjournalist, München

Dieser Artikel wurde der aktuellen Ausgabe 1/2022 unseres Mitgliedermagazins impresso entnommen. Weitere Informationen zur Zeitschrift finden Sie in unserem Ausgabenarchiv.

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Foto Rainer Esser © Johannes Arlt